Besser als Tequila - 2021

Erotic

Thomas - 35 Jahre
Jane - 26 Jahre


Thomas:

Es regnete in Strömen und der Wind peitschte einem schmerzhaft die Tropfen entgegen. Erleichtert darüber, endlich beim Pub angekommen zu sein, trat ich in die wohlige Wärme des Raumes ein.

Joe nickte mir zu. Ich ging zum Tresen und setzte mich auf einen der Hocker. »Man, bin ich froh, dass du heute geöffnet hast.«

Joe spülte gerade ein paar Gläser, sah aber zu mir hoch, ohne seine Arbeit zu unterbrechen. »Jemand muss den ganzen armen Seelen eine Möglichkeit geben, vor der Familie oder der Einsamkeit zu fliehen.«

»Amen.«

»Das selbe, wie immer?«

»Du weißt, was mir gut tut.«

Joe schenkte mir einen Whisky ein und schob das Glas zu mir rüber. Etwas gedankenversunken sah ich mich um. Manche Gesichter kannte ich, manche nicht. 

Meistens hing ich mit einem der Jungs von der Band ab, oder mit meinem Bruder, aber heute war ich auf mich allein gestellt.

Natürlich war ich bei Evan immer willkommen, aber irgendwie konnte ich seine happy Family zu Heiligabend nicht ertragen.

Ich war durchaus froh einen Bruder wie ihn zu haben. Aber es war auch hart mit anzusehen, dass er eine Frau hatte, die ihn bedingungslos liebte, obwohl er es nicht tat. 

Ich hingegen hätte gern eine Frau geliebt, aber sie wollten nur meinen Körper, meine Persönlichkeit war zu viel.

Nicht, dass ich mich beschweren wollte. Meistens kam ich damit gut klar, aber heute wollte ich nicht das fünfte Rad am Wagen sein und daran erinnert werden, das ich eigentlich allein war. 

Dann auch noch dieses verlogene Lächeln und Nicken, um seine Schwiegereltern zufrieden zu stellen. Vielleicht würde ich mir das die kommenden Tage mal geben, aber nicht heute. Immerhin hatte ich ein schönes Geschenk für meine Nichte.

Meine Augen schweiften über die Wanddekoration. Beim Anblick des Alligatorschädels mit Weihnachtsmütze musste ich grinsen.

Dann erblickte ich die einzige weibliche Person im Laden, ganz hinten am anderen Ende der Bar, leicht an die Wand gelehnt.

Sie war hübsch und zu jung, um hier alleine an der Bar zu sitzen. Nicht im Sinne von volljährig, sie war wahrscheinlich nicht viel jünger als 30, aber das war kein Alter für eine Frau allein zu Heiligabend in einer Kneipe zu sitzen.

Sie spielte unsicher mit dem Stück Zitrone herum, dass sie zu ihrem Tequila serviert bekommen hatte. Das Getränk war jedoch unberührt.

Ich schnappte mein Glas, stand auf und ging zu ihr hin. »Ist der Platz hier noch frei?«

Sie sah sich verunsichert um, als ob ich jemand anders meinen würden, als sie. Dann heftete sie ihren Blick auf den Hocker, auf den ich zeigte und nickte. »Ja, er ist frei.«

»Ich möchte dich nicht belästigen, aber es ist ungewöhnlich, dass so eine hübsche, junge Frau an so einem Tag hier alleine sitzt.« Ich setzte mich dabei auf den Hocker, der leicht unter meinem Gewicht ächzte.

Ihr Blick war immer noch von mir abgewandt, aber ihre Wangen röteten sich. Sie roch sehr aufgeregt.

»Wenn du jemanden zum reden brauchst. Ich bin ganz gut im zuhören. Nicht im Ratschläge geben, aber im zuhören. Und ich habe heute nichts weiter vor.«

Sie spielte wieder an der Zitrone herum.

»Magst du den Tequila nicht?«

Kurz huschte ihr Blick über ihre Brille zu mir und dann wieder auf ihr Getränk. »Ich weiß nicht, wie man den trinkt.«

Verflucht, was machte dieses unschuldige Ding hier in dieser Spelunke? »Joe?«

»Thomas?«

»Ich nehme auch einen Tequila, bitte.«

Joe lachte und wenige Minuten später stand der Shot vor meiner Nase. Ich hasste das Zeug. 

»Dann zeig ich dir, wie man ihn trinkt.« Jedes Mal, wenn ich sie ansah, senkte sie verlegen ihren Blick. »Du musst schon zusehen, im erklären bin ich nicht so gut.«

Langsam sah sie wieder über ihre Brille hinweg zu mir. Es war ihr wohl nicht mal klar, wie verführerisch heiß sie damit wirkte.

Ich nickte in die Richtung meiner Hand und glitte mit der Zitrone über die Fläche zwischen Daumen und Zeigefinger am Handrücken. Dann legte ich die Scheibe beiseite und griff nach dem Salzstreuer. Ihre Augen hafteten an meinen Bewegungen, was mich durchaus etwas anturnte. Vielleicht würde ich Tequila so wieder mögen lernen.

Als genug Salz an meiner Hand klebte, hob ich sie an meine Lippen und leckte es sehr langsam und bedacht ab.

Ich grinste innerlich, wie sie mich dabei mit offenem Mund anstarrte. Nun steigerte ich mein Tempo, kippte den Tequila runter und biss umgehend in die Zitronenscheibe. Und es war genauso ekelhaft, wie ich es in Erinnerung hatte. »So, jetzt du.« Ich knallte das Glas etwas zu laut auf den Tresen, was sie zusammenzucken ließ. 

»Ok.« Dann tat sie es mir gleich. Ihr hübsches Gesicht verzog sich zu einer Grimasse. »Das Zeug schmeckt ja ekelhaft.«

Ich lachte schallend los. »Ja, es ist scheußlich.«

»Warum trinken das die Frauen immer in den Serien?«

»Woher soll ich das wissen?«

Sie lachte nun auch und war deutlich entspannter.

»Möchtest du etwas anders trinken? Ich lade dich ein.«

»Nur ein Wasser.«

»Sicher?«

»Ja, ich möchte nichts dummes machen.«

»Verstehe.« Ich wandte mich wieder an den Barkeeper. »Joe, zwei Wasser, bitte.«

Sie sah mich verwundert an. »Zwei?«

»Ja, ich finde es nur angemessen, ebenfalls nüchtern zu bleiben.«

»Aber du hast da noch was.«

Ich zuckte mit den Schultern und schob den Whisky beiseite.

Sie starrte mich verwundert an, aber schwieg.

Ich war kein Meister der Worte, also musterte ich sie einfach. Sie hatte wundervolles, leicht gewelltes, braunes Haar, die ihr über die Schultern fielen. Ihre Kleidung war eher unscheinbar, es war klar, sie wollte nicht auffallen. Sie war vielleicht einen Kopf kleiner als ich, also doch eher groß für eine Frau und hatte auch etwas mehr auf den Hüften, was ich schon immer sehr ansprechend fand.

Ich roch wieder ihr Unbehagen und wendete meinen Blick von ihr ab. »Es tut mir leid, du bist wirklich sehr hübsch. Wenn du allein sein möchtest, kann ich mich wieder zurück an meinen Stammplatz setzen.«

Da keine Antwort von ihr kam, machte ich Anstalten, aufzustehen.

»Ich möchte nicht allein sein.«

Ich hielt inne. »Ok. Also soll ich hier bleiben?«

Sie spielte wieder mit der zerbissenen Zitronenscheibe herum. »Ich …« Dann stockte sie etwas beim reden. »Ich verstehe nicht, warum du mir Gesellschaft leistest und wieso du mich so ansiehst.«

Ich lächelte. »Niemand sollte heute allein sein. Und ich wollte dir kein ungutes Gefühl geben. Ich finde dich einfach schön.«

»Aber du wirkst so sportlich.«

»Und was hat das damit zu tun?«

»Ich bin es nicht so.«

»Ich wollte mir jetzt auch keinen Trainingsbuddy suchen.«

Sie lachte kurz auf. »Also bist du auf der Suche?«

Ich zuckte wieder mit meinen Schultern, nahm ein Schluck Wasser und lehnte mich etwas zurück. »Ich suche schon lange nicht mehr. Ich versuche einfach mein Leben zu genießen. An Tagen wie heute fällt es mir aber schwer.«

»Dann bist du verheiratet?«

Ich spuckte das Wasser beinahe aus, konnte es aber gerade noch herunterwürgen. »Nein.«

»Gut, ich dachte schon, du bist so ein Creep.«

Mit der linken Hand strich ich mir über die zusammengebundenen Haare. »Ich hoffe nicht.«

»Ich bin auch nicht verheiratet.« Sie machte eine kurze Pause und starrte dabei ihr Glas an. »Mein Freund hat mich verlassen.«

»Sehr dumm von ihm.«

Sie seufzte.

»Kotz dich ruhig aus, ich hab kein Mitleid mit ihm.«

Nun wechselte ihr Körpergeruch zu Traurigkeit. »Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe, aber egal was ich für ihn tat, es war nie genug. Jetzt hat er eine schlanke, blonde Freundin, für die er mich verlassen hat und ich weiß nicht mal mehr, was ich machen soll, wenn ich mich nicht um ihn, sondern nur um mich kümmern muss.«

Ihr Blick war gesenkt, aber ich sah die Tränen in ihren Augen. »Darf ich dich in den Arm nehmen?«

Sie nickte.

Ich stand auf und ging ganz nah an sie ran. Sanft strich ich über ihre Schulter und drückte sie an meine Brust. Sie ließ es zu und grub dann sogar ihr Gesicht in meinen Pullover, soweit ihre Brille es zuließ.

Ich legte meine starken Arme um sie und hielt sie fest. 

Sie weinte eine weile, aber ich ließ sie nicht los, bis sie sich langsam beruhigte, und von sich aus von mir weg drückte.

»Geht es dir etwas besser?«

Sie nickte wieder, nahm die Brille von ihrem Gesicht und wischte die Tränen weg und säuberte sie. Nur durch mein ausgezeichnetes Gehör konnte ich die Worte verstehen, die sie nuschelte. »Du bist so stark.«

»Ein wenig.«

Nun sah sie mir direkt in die Augen. »Ich hatte noch nie einen Mann wie dich. Ich meine, ich hatte sowieso nie einen anderen als meinen Fre … Ex Freund. Ich würde …« Sie brach einfach ab und machte keine Anstalten weiterzureden.

»Was würdest du gern?«

Sie errötete erneut.

»Ich würde dich gerne bei deinem Namen ansprechen. Wie heißt du denn?«

»Ich heiße Jane.«

»Liebe Jane, du musst dich vor mir nicht fürchten. Sag was du denkst.«

»Du heißt Thomas?«

Ich nickte.

»Ich würde dich gern berühren.«

»Dann fass mich an.«

»Aber ich will gerade keine Beziehung.«

»Was hat das mit dem Anfassen zu tun?«

Sie lächelte wieder und streckte ihre Hand langsam nach mir aus. Ihre Finger fuhren zaghaft über meinen Oberarm.

»Ich will einen One Night Stand.«

Ich musste unweigerlich grinsen, sagte aber nichts.

»Ich will es, wie in den Filmen. Ich will es wild und hart und heiß. Ich will, dass ich alles andere vergesse und nur den Moment der Lust genieße. Und ich will mir keine Gedanken machen, wie es hinterher weiter geht. Ich will einfach nur begehrt werden für diesen einen Moment.« Sie atmete tief durch. »Aber das ist bestimmt genauso, wie mit dem Tequila. Am Ende ist es wohl nur eine Enttäuschung oder bleibt ein Traum.«

»Ich bin bestimmt kein Tequila.« Ich lachte wieder. »Du wolltest doch nichts dummes tun?«

Verlegen musterte sie mich. »Da siehst du mal, was bereits ein Tequila mit mir macht.« Sie schenkte mir ein Lächeln. »Wäre es nicht dumm zu dir nein zu sagen? Aber du siehst viel zu gut aus, um dich mit mir abzugeben.« Ihr Lächeln war umgehend wieder verschwunden.

Ich sah an mir runter, am lockeren Hoodie herab zu meinen leicht verschlissenen Jeans. Wenn sie mich damit schon als gutaussehend empfand, was würde sie sagen, wenn ich mich auszog? »Warum sagst du das? Liegt es nicht an mir zu beurteilen, womit ich mich abgeben möchte?«

»Aber ich bin nicht schön.«

»Das ist deine Meinung. Ich sehe das anders.« Ich strich ihr sanft über die Wange. »Er hat dir nie gezeigt, wie begehrenswert du bist?«

Wieder zitterten Tränen in ihren Augen und sie schüttelte den Kopf.

»Ich zeige es dir sehr gern. Und du brauchst dir keine Gedanken machen, was danach kommt.«

Ich strich ihren Arm hinunter und beobachtete sie. Ohne ihren Duft nach Lust, gemischt mit etwas Furcht und Trauer, hätte ich ihre Emotionen nicht einschätzen können.

»Du machst das oft?«

Ich brummte etwas genervt, nahm wieder mein Glas und trank einen Schluck. »Ich bin 35. Frauen fürchten sich vor mir oder interessieren sich nur für meinen Körper. Also mache ich das Beste daraus.«

»Oh.«

Ich lächelte sie an. »Mach dir keinen Kopf, Jane. Du bist nicht dafür verantwortlich.« Ich räusperte mich. »Ich bin nicht so überzeugt von Schicksal und ähnlichem Unsinn. Aber vielleicht können wir uns gegenseitig etwas gutes tun? So als unerwartetes Weihnachtsgeschenk.«

Jane lächelte verlegen, griff nach meiner Hand und drückte sie. »Ich wohne aber nicht in der Gegend.«

»Ich schon.« Ich kramte ein paar Scheine aus meiner Geldbörse und legte sie auf den Tresen. »Es war ein kurzes Vergnügen heute Joe. Aber es ist Heiligabend und ich muss mich um ein Geschenk kümmern.«

Lachend schüttelte Joe seinen Kopf.

Ich stand auf und half Jane vom Hocker. Fest ergriff ich ihre Hand und wir verließen wortlos die Bar.


Ziemlich durchnässt standen wir in meiner Wohnung. Es dauerte etwas, bis wir ein Taxi bekommen hatten und der Regen war heute wirklich unerbittlich.

»Deine Brille ist beschlagen.«

Sie zog sie sich aus und versuchte sie mit ihrem Shirt unter dem Pullover abzutrocknen.

Ich nahm ihr die Brille aus der Hand und legte sie auf den Tresen bei der Küche. Dann stellte ich mich ganz nah an sie ran.

Ihr Herz klopfte laut und sie roch lusterfüllt, aber auch ängstlich.

»Darf ich?« 

Sie nickte.

Ich fasste sanft an ihre Hüfte und fuhr mit meinen großen Händen hoch, ergriff ihren Pullover und Shirt und zog sie langsam hoch. »Nicht, dass du dich in den nassen Sachen erkältest.«

Sie hob ihre Arme und atmete gepresst.

Schwer klatschend landete die Kleidung auf dem Boden. Nun war ihr Duft nach Lust so betörend, dass ich nicht widerstehen konnte. Ich drückte ihren Körper an meinen, um sie zu küssen, aber sie kreischte auf. Erschrocken trat ich einen Schritt zurück.

»Deine Klamotten sind genauso nass, wie meine.«

Ich lachte und zog mir meine Sachen mit einer Armbewegung über den Kopf, so dass ich oben ohne vor ihr stand, während sie noch einen BH anhatte.

»Ok, dafür brauche ich meine Brille.« Sie tastete zittern danach und setzte sie auf. Dann atmete sie ruckartig ein und hielt ihre Hand vor den Mund. »Fuck, ich wusste nicht, dass du aussiehst wie einer von Magic Mike.«

»So sehe ich nicht aus, ich bin viel haariger.«

Sie kichere. Es klang so unschuldig und süß. Ich wollte am liebsten gleich über sie herfallen. »Du zitterst. Lass uns doch in der Dusche aufwärmen.« Ich nahm sie bei der Hand und führte sie in mein Badezimmer. Dort zog ich meine Hose aus und stieg in die Wanne. 

Sie zögerte.

»Ich schaue weg.« Ich drehte mich mit dem Rücken zu ihr.

Sie seufzte wieder. »Wie kannst du von hinten fast noch geiler aussehen, als von vorn?«

Ich lachte nur. Es dauerte eine Weile, aber endlich hörte ich, wie sie sich ebenfalls auszog. Ich stellte das Wasser an und wartete, dass sie zu mir in die Wanne stieg und wurde nicht enttäuscht. 

Ihr Duft war so betörend, ich hatte keine Lust mehr zu zögern und zog sie fest an mich ran. Mit beiden Händen fasste ich an ihren Hintern und küsste sie innig. Im selben Augenblick wurde ich hart und drückte mich an ihren weichen Bauch. Sie ließ sich aber nicht irritieren und erwiderte meinen Kuss energisch.

Das heisse Wasser prasselte auf uns herab und unsere Hände ertastenden neugierig den Körper des anderen.

Keuchend löste sie sich von mir. Ihre Finger strichen über meine Brust, dann kniete sie sich auf die rutschfeste Matte. Sie streichelte meine Oberschenkel und näherte sich langsam meinem Schritt. Kräftig umfasste sie meinen Schaft und fuhr mit ihrer Hand rauf und runter.

Ich keuchte auf. »Ich dachte, ich soll dir zeigen, wie begehrenswert du bist?«

»Halt die Klappe und lass mich genießen.«

Oh ja, das gefiel mir. Erst schüchtern und jetzt so. Das hätte ich nicht erwartet. Ich konnte nicht aufhören zu grinsen und stöhnte auf, als sie ihn in den Mund nahm. Ich fasste mit meiner linken Hand sanft hinter ihren Kopf um sie bei ihren Bewegungen zu unterstützen.

Schmerzerfüllt zischte ich auf, als sich ihre Fingernägel in meinen Schenkel gruben. »Willst du, das ich grober werde?«

Wie zur Bestätigung kratzte sie auf der anderen Seite über meine Haut und ich vergrub meine Finger in ihr Haar und packte fest zu. Sie stöhnte auf, mit meinem Schwanz tief in ihrem Rachen. Das machte mich so an, dass ich mich an der Wand abstützen musste. 

Unerbittlich saugte und lutschte sie an mir. 

Mein letztes Mal war eine Weile her, also zog ich bald ihren Kopf zurück, um mich auf ihrer Brust zu ergießen. Ich keuchte vor Lust, ließ ihre Haare langsam los und strich ihr liebevoll über den Kopf. »Das war wirklich sehr geil.«

»Du hättest mich nicht wegziehen brauchen, ich mag es.«

«Ich merk’s mir für später.«

»Für später?«

»Hast du es eilig? Ich hab die ganze Nacht Zeit.«

Verlegen sah sie zu mir hoch. 

Ich half ihr beim aufstehen.

»Und was machen wir jetzt?«

»Vertraust du mir?«

Jane nickte, aber ich hörte, wie ihr Herz dabei fast aus der Brust sprang.

Ich griff ihre Handgelenke mit einer Hand und drückte sie hoch über ihren Kopf und sie mit an die kalten Fließen. Sie keuchte auf, doch ich drückte bereits meine Lippen auf ihre. Bald löste ich mich und arbeitete mich ihren Hals hinab zu ihren Brüsten, die immer noch nicht ganz von meinem Sperma frei gespült waren. Es störte mich nicht, aber sie war sichtlich irritiert, wie ich sie genüsslich küsste, ableckte und mich langsam ihren Nippeln näherte.

Jane versuchte sich zu wehren, aber ich hielt sie fest.

Sie sagte nichts, stöhnte und keuchte aber immer wieder lustvoll auf.

Für einen Augenblick hörte ich auf, an ihrer Brustwarze zu saugen. »Wenn ich zu weit gehe, sagst du es mir. Ansonsten gehe ich davon aus, dass du das magst.«

Sie hauchte nur ein leises »Ja.«

Meine freie Hand fuhr ihren Körper hinab, zwischen ihre Beine. Jane war so heiss und feucht, dass ich selber kurz erregt stöhnen musste.

Ohne Widerstand glitten zwei meiner Finger in ihre Vagina, während mein Daumen ihre Klitoris umkreiste.

»Mehr«, keuchte sie und ich schob noch einen dritten Finger nach. Jane wand sich dabei lustvoll in meiner Hand, doch ich hielt sie weiter an die Fliesen gepinnt und küsste ihre Brüste.

Je enger mein Daumen die Kreise zog, umso heftiger keuchte sie. Bald drückte sie meine Finger zusammen und ihr Unterleib krampfte. Sie stöhnte laut und wand sich so heftig, dass ich sie kaum noch festhalten konnte.

Ich presste meinen Körper an ihren und küsste ihren Hals, während sie flach und schnell atmete und auf einer für mich fremden Sprache fluchte.

Als ihre Vagina aufhörte zu Zucken, ließ ich locker, zog meine Finger aus ihr raus, aber stützte sie, denn offenbar war sie nicht mehr im Stande sicher von alleine zu stehen.

»Ich trockne dich jetzt ab und dann verwöhne ich dich im Bett weiter.«

»Aber ich kann nicht mehr.«

»Oh doch, du kannst. Bevor du nicht wenigstens drei Orgasmen hattest, lass ich dich nicht gehen. Das hier war nur das Vorspiel, um den schlimmsten Druck abzulassen. Jetzt geht es erst richtig los.«

Sie klammerte sich zittrig an mir fest und atmete schwer, antwortete aber nicht. Offenbar ergab sie sich ihrem Schicksal und ich würde ihr die Nacht ihrer Träume bereiten. Besser als in jedem Film, den sie gesehen hatte.



Jane:

Ich wusste nicht, warum ich mit diesem fremden Mann ohne zu zögern mitgegangen war. Sowas hatte ich noch nie getan.

Natürlich hatte ich es mir schon vorgestellt, wie ein schöner Fremder mich begehren würde, aber nie daran geglaubt sowas in echt zu erleben. Ich war doch nur eine dicke, graue Maus neben ihm.

Außerdem malte ich mir zum Schluss immer Horrorszenarien aus. Offenbar sah ich zu viel True Crime.

Jetzt lag ich hier im Bett dieses Mannes und hatte keine Angst. Er ging in den wenigen Stunden, in der wir uns kannten, sorgsamer mit mir um, als mein Ex es je getan hatte. Ausserdem genoß ich das Gefühl, von so einem Bild von einem Mann begehrt zu werden.

Nach der wirklich heißen Duschen gab er mir was zum anziehen, hing meine Kleidung zum trocknen auf und machte uns was zu Essen. Dabei fragte er mich nichts über mich oder wer ich war. Es interessierte ihn nur, ob ich mich wohl fühlte und was ich mir in dem Moment wünschte. »Warum tust du das alles? Du hättest mich schon längst wieder vor die Tür setzen können.« 

Thomas zog mich an sich ran und roch an meinem Haar. »Es regnet in Strömen und selbst wenn es das nicht täte, nur weil es eine einmalige Sache sein soll, heißt es nicht, dass wir nur einmal Sex haben können. Die Nacht ist lang und einsam.«

Ich seufzte leise, als seine starken Hände über meinen Körper fuhren.

»Was magst du?«

Die Antwort blieb ich ihm schuldig. Ich wusste nicht, wie ich sie beantworten sollte. Was ich mochte, hatte mich noch nie jemand gefragt.

»Ich mag es, wenn man mir Schmerzen zufügt. Also halte dich nicht zurück, wenn du mich kratzen, oder beißen möchtest. Du kannst mir Befehle geben und du kannst mich beschimpfen. Ich glaube nicht, dass du irgendwas machen kannst, was über meine Grenzen hinaus geht und wenn doch, werde ich dich stoppen.«

Seine tiefe, leicht rauchige Stimme turnte mich so an, dass ich vor Lust bebte. Ihm zu antworten war ich überhaupt nicht mehr in der Lage.

»Ich werde mich einfach langsam herantasten, an das was du mögen könntest und selbst wenn du mir nicht antworten kannst. Dein Körper wird mit mir sprechen. Ich werde fühlen, riechen und hören, ob es dir gefällt.«

Mein Gott, er war wirklich ein Weihnachtsgeschenk. Ich hätte nie gedacht, dass es solche Männer wirklich gibt, die Frauen befriedigen und deren Körpersprache lesen können.

Erst küsste er mich so lange, bis ich ihn wegdrücken musste, um durchzuatmen. Grinsend widmete er sich nun meinem Hals und Dekolleté. Sein Bart fühlte sich weich an und kitzelte manchmal.

Thomas küsste sich nach und nach meinen Körper hinab, wie in der Dusche, aber viel zu langsam. Ich wand mich jetzt schon unter ihm vor Lust, aber er war so schwer und hielt mich zusätzlich fest.

»Fick mich, bitte.« Das rutschte mir einfach so raus. Noch nie hatte ich sowas gesagt.

Er antwortete nur mit einem grollenden Lachen und verwöhnte meinen Körper weiter, ohne sich irgendwie beeilen zu wollen.

Ich stöhnte und versuchte mich unter ihm zu befreien, aber seine Hände hielten meine Handgelenke fest und ich konnte mich kaum bewegen.

Selbst als ich mein Gesäß hochdrückte, schien ihm das nur dabei zu helfen, mich sanft zu küssen und abzulecken.

Ich konnte an nichts anderes mehr denken, als an seinen stattlichen Penis, den ich bis jetzt nur in meinem Mund hatte. Wäre er nur einen Hauch größer, hätte ich ihn nicht mehr reinbekommen. Wie intensiv müsste er sich dann zwischen meinen Beinen anfühlen? »Ich will jetzt deinen Schwanz spüren. Spann mich nicht länger auf die Folter.« Ich war einfach so unsagbar geil, ich wollte nicht mehr warten. Aber er ignorierte mich einfach. »Bist du taub?«

Ganz langsam hielt er inne und sah mir direkt in die Augen. »Nein, bin ich nicht.«

»Wieso tust du dann nicht, was ich mir wünsche?«

»Weil du noch nicht so weit bist.«

Dann machte er einfach genau da weiter, wo er aufgehört hatte.

Ich seufzte frustriert und ergab mich seinen Liebkosungen. Es grenzte an Folter so stark erregt zu werden, ohne die angestaute Lust in Bewegung umwandeln zu können.

Endlich war er bei meinen Schenkeln angekommen und arbeitete sich langsam von außen nach innen.

Ich konnte nicht aufhören zu stöhnen, während seine Lippen und Zunge sich über meine weiche Haut bewegten.

Manchmal streiften seine Barthaare meine Vulva, was mich vor Lust wimmern ließ.

Selbst wenn er noch weit weg von meiner Klitoris war, hatte ich nun das Gefühl, gleich zum Höhepunkt zu kommen.

Zum ersten Mal in meinem Leben war ich so erregt, dass ich regelrecht die Feuchtigkeit aus mir rausfließen fühlte.

Angespannt wie ein Brett, krallte ich mich in das Laken, denn er hatte mich schon längst losgelassen. Egal wie sehr ich es versuchte, ich konnte mich nicht mehr entspannen, aber ich hielt trotzdem still, so wie er es wollte.

»Oh fuck ja, genau da!« Ich war kaum in der Lage meine Stimme zu kontrollieren.

Endlich glitt seine Zunge über meine Vulva. Meine Lippen teilten sich und er fuhr direkt über meine erigierte Klitoris. Diese Bewegung wiederholte er sehr langsam, aber gleichmäßig.

Die Lust strömte heiß aus dem einen Punkt, durch meinen gesamten Körper.

Nur wenige Zungenschläge später zitterte ich vor Genuss und ich ließ jeden Nachbarn lauthals wissen, dass ich gerade den Orgasmus meines Lebens hatte.

Heiser kreischte ich meine Geilheit in die Welt, während ich kraftlos versuchte, ihn von mir runter zu schieben. Vergebens. Er pinnte mich mit einer Hand regelrecht in die Matratze und leckte mich nicht einfach nur weiter, sondern saugte an meiner Klitoris.

Die erste Welle war noch nicht abgeflacht, da kam schon die Nächste. Ich hatte noch nie einen multiplen Orgasmus und das Gefühl zerriss mich beinahe. Der zweite Höhepunkt war noch heftiger, als der Erste und ein süßer Schmerz gesellte sich dazu. 

Ich verlor jegliche Kontrolle über meinen Körper. Alles um mich herum verschwand und ich fühlte nur die Erregung wieder und wieder durch meinen ganzen Körper zucken. Zucken? Es war, als ob die Wellen über meinem Kopf hinweg schlagen und mich in purer Ekstase ertränken würden. Ich japste verzweifelt nach Luft.

Während mein Körper sich aufbäumte, ließ er endlich von meinem Lustpunkt ab. Seine Zunge glitt tief in meine Vagina, während er mit der flachen Hand auf meine Vulva drückte. So stimulierte er mich weiter, aber ließ mich auch wieder zu Atem kommen.

Ich stöhnte und keuchte genüsslich, krallte mich in seine Haare und trat ihn beinahe, weil ich meine Beine nicht still halten konnte. Nur ganz langsam klang dieses unbeschreibliche Gefühl der Befriedigung ab und ließ mich endlich entspannen, bis ich vollkommen kraftlos vor ihm lag.

Sehr breit grinsend setzte er sich auf und wischte sich mit dem Unterarm den Mund ab. »Jetzt werde ich dich ficken.«

Zu gern hätte ich ihm meine Freude über seine Worte gezeigt, aber mir fehlte die Energie. 

Ich sah ihm sehr müde und zufrieden zu, wie er sich ein Präservativ überstreifte um sich umgehend auf mich zu legen.

Als sein Penis in mich eindrang, stöhnte ich laut und riss meine Augen vor Schreck auf. Obwohl ich erst vor wenigen Minuten gekommen war, stimulierte er mich so stark, dass es sich anfühlte, als hätte der Orgasmus nie aufgehört.

Das schien ihm sehr bewusst zu sein, denn er stieß kraftvoll und gezielt zu.

Wieder blieb mir die Luft weg und erneut kam ich zum Höhepunkt. Diesmal breitete sich ein weiches, angenehmes Kribbeln in mir aus, das bei jedem Stoß erneuert wurde.

Ich hatte bis jetzt wirklich keine Ahnung, wie viel Lust ein Mann tatsächlich im Stande war, mir in so kurzer Zeit zu bereiten.

Eine Flut von Dopamin und Adrenalin gab mir wieder Kraft mich in seinem Rücken festzukrallen und ihm laut ins Ohr zu Stöhnen. 

Zufrieden brummend steigerte er sein Tempo, während der Orgasmus abgeklungen war und nun eine endloses Gefühl des Glücks in mir zurückließ. 

»Tu mir weh.« Er knurrte die Worte.

Ich ließ meine Fingernägel hart über seine Haut kratzen, während ich ihm in die Schulter biss.

Er stöhnte auf, stieß noch ein paar mal sehr hart zu um dann langsamer zu werden. Zufrieden keuchte er mir ins Ohr, bevor er zwischen uns fasste, um das Kondom festzuhalten und sich von mir runter zu drehen.

Er küsste mich liebevoll auf die Wange und sagte etwas, aber ich war schon im Land der Träume angekommen.


Die Sonne zwängte sich durch die schweren Vorhänge des Schlafzimmers. 

Mein Herz machte einen Sprung, als mir einfiel, was dieser Thomas mit mir in dieser Wohnung getan hatte. Meine Wangen wurden umgehend heiß und ich sah mich zögerlich um, aber niemand lag neben mir. Ich war allein im Schlafzimmer.

Ich zog eines seiner Shirts über und die Jogginghose, die er mir gestern gegeben hatte und öffnete langsam die Tür zum Wohnzimmer. Auch da war niemand und ich ging zum Wäscheständer um meine nun trockene Kleidung zusammen zu suchen und anzuziehen.

Er war definitiv nicht zuhause, aber auf dem Tresen lag eine Nachricht.

Seine Handschrift war etwas krakelig und schwer zu entziffern, aber mit einigen Anlaufversuchen klappte es.


»Liebe Jane. 


Die Nacht mit dir war wundervoll. 

Ich bin bei meinem Bruder und seiner Familie und komme heute Abend gegen fünf zurück. So hast du Zeit genug dich frisch zu machen und zu gehen, sofern du das möchtest.

Ich vermute aber, dass du einen USA-Trip machst, um ihn zu vergessen. Sollte das zutreffen, können wir den One Night Stand bis zu deinem Rückflug ausdehnen. Ich werde dafür sorgen, dass du dich nicht mal mehr an seinen Namen erinnern wirst, wenn du zurückkehrst. Natürlich ohne dir Gedanken machen zu müssen, wie es wegen uns hinterher weitergeht.

Aber du schmeckst wirklich gut und ich habe immer Hunger.


Grüße, Thomas


PS: Bedien dich ruhig am Kühlschrank. Einen Schlüssel findest du in der Schublade.«


Mir wurde so heiß, dass ich mich erstmal setzen musste und mir etwas Sauerstoff mit dem Zettel zuwedelte.

War das ein Traum? Oder hatte mir dieser unglaublich geile Typ, der mich so hart befriedigt hatte, dass ich es immer noch fühlen konnte, gerade das Angebot gemacht, hier einen bedingungslosen Sexurlaub zu machen?

Er hatte recht, ich war auf einer USA-Reise und wollte möglichst weit weg von diesem Arschloch von einem Ex sein und das Land entdecken. Aber alleine war das irgendwie nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich war keine Abenteurerin.

Aber vielleicht hatte ich das falsche Abenteuer gesucht. Vielleicht sollte ich nicht das Land erkunden, sondern meine eigene Lust.

Grinsend dachte ich darüber nach, dass er wohl stark genug sein musste, mich stehend an der Wand zu vögeln, wofür ich mich immer für zu schwer gehalten hatte. Aber in seinen Händen fühlte ich mich nicht schwer, sondern schön und begehrenswert.

Ich stand wieder auf, suchte in der Schublade nach dem Haustürschlüssel und machte mich auf den Weg meinen Koffer zu holen. Meine Bleibe bis zum Rückflug hatte ich hiermit gefunden. Dieses Weihnachtsfest würde ich definitiv nie wieder vergessen.